Mittwoch, Juni 29, 2022

Styles

Bavaria Trachtenmode

Sowohl zu ihrer Entstehungszeit als auch heutzutage wird die traditionelle Tracht mit Heimatgefühl, Identität und alten Werten assoziiert. Aus diesem Grund haben sich in Deutschland viele verschiedene Trachtenmoden entwickelt. Manche unterscheiden sich auffällig, andere nur in kleinen Details.

Insbesondere junge Generationen besinnen sich wieder häufiger auf ihre Wurzeln zurück, lassen in die Gestaltung der typischen Kleidung jedoch zeitgenössische Stile einfließen. Im Folgenden zeigen wir, wie diese modernen Interpretationen der drei größten Trachtenregionen in Deutschland aussehen.

Die regionale Trachtenwelt

Bayern

Die bayerische Herrentracht ist wohl die bekannteste weltweit. Doch neben der klassisch knielangen Lederhose mit den schmucken Hosenträgern – umgangssprachlich Kurze genannt – gehören noch weitere Kleidungsstücke zur traditionellen Herrenkleidung.

Die Trachtenweste (Laibe) in gedeckten Farben hängt über dem Trachtenhemd (Pfoad) oder wird an kalten Tagen vom stilvollen Janker abgelöst. In den Haferlschuhen stecken Socken aus dicker Wolle: wahlweise Kniestrümpfe oder Wadenwärmer (Loferl). Zu den typischen Accessoires zählen das Charivari oder der Hirschfänger, den Kopf ziert außerdem ein Trachtenhut.

Dank moderner Interpretationen gewinnt die althergebrachte Herrenmode Jahr für Jahr an Beliebtheit – und das nicht nur beim jährlichen Oktoberfest. Die Lederhose präsentiert sich nun in verschiedenen Längen, wobei vor allem die Krachlederne als kürzeste Variante oft zum Einsatz kommt. Sorgfältige Stickereien am Latz sorgen wiederum dafür, dass der traditionelle Bezug bestehen bleibt. Einen Überblick über die schönsten zeitgenössischen Lederhosen gibt es hier.

Und auch das Trachtenhemd diversifiziert sich. Statt einem einfarbigen Leinenstoff begeistern häufig karierte Muster oder frischere Farben. Die Accessoires sind zudem optional – lassen sich aber hervorragend als Schmankerl zur Alltagskleidung tragen.

Baden und Württemberg

Wie in den meisten anderen Region gab es in Baden und Württemberg nicht die eine Tracht. Dennoch sind einige Details vorhanden, die sich in der traditionellen Herrenmode wiederfinden: von der schwäbischen, über die badische, bis hin zur schwarzwälderischen.

Die reich bestickte und ornamentverzierte Lederhose ist auch mit der württembergischen Trachtenmode untrennbar verbunden – hier geht sie allerdings bis übers Knie und schließt mit einem schmucken Bündchen ab. Das schlichte Leinenhemd in Weiß wird – vor allem in Schwaben – optisch durch farbenfrohe Westen mit zahlreichen Münzaufnähern aufgelockert, die Trachtenjacke bleibt dafür in einfarbigen und dunklen Tönen.

Statt den Loferl tragen die Herren dünne Trachtenstrümpfe in Weiß. Am auffälligsten zeigen sich aber die verschiedenen Kopfbedeckungen, die sich von Region zu Region unterscheiden. Als Beispiele hierfür gelten der schwarze Samthut der Schwarzwälder und der Dreispitz der schwäbischen Tracht.

Im Laufe der Zeit unterlagen die württembergischen Trachten einem Wandel, der durch den Einfluss zeitgenössischer Stile geprägt ist. Auch hier dürfen die Lederhosen nun gern mal etwas kürzer sein. Die strengen Farbzuweisungen wurden zudem von teils farbenfrohen Kombinationen mit verspielten Accessoires abgelöst. Dennoch bleiben einige Elemente der traditionellen Herrenkleidung erhalten, wie etwa, dass sich je Tracht ein farbiges Detail wiederholt – gern auch im Kleid der Partnerin.

Franken

Trotz der zahlreichen Unterregionen sind die traditionellen Herrenkleider aus Franken recht einheitlich. Je nach Anlass wählen sie eine Kniehose aus Stoff oder Leder mit unauffälligen Trachtenstrümpfen. Das Leinenhemd ist ebenso klassisch weiß – allerdings dürfen die Kordel und das geknotete Halstuch (Knipferla) dazu nicht fehlen.

Während sich die aufwendig bestickten Westen durchaus farbenfroh präsentierten, kamen die langen Gehröcke der Herren meist in Schwarz daher. Ein nettes Detail: Im Gegensatz zu den bayerischen Hornknöpfen setzte die fränkische Tracht auf edle Silberknöpfe. Ähnlich der schwäbischen Tracht gehört außerdem der Dreispitz zur traditionellen Herrenmode.

Um die eigenen Wurzeln nicht zu vergessen, tragen Heimatvereine und junge Leute die historischen Kleider weiterhin – lassen aber ebenso moderne Schnitte einfließen. Statt der strikten Trennung zwischen den farbenfrohen Katholikengewändern und den schlichten evangelischen, dürfen heutzutage insbesondere die Nuancen vielfältiger sein. Zudem gehören funktionale Anpassungen dazu, um den Tragekomfort zu verbessern. Die besonderen Accessoires – wie die Kordel, das Halstuch und die Silberknöpfe – finden jedoch auch in der zeitgenössischen Trachtenmode ihren Platz.

Bildquelle: pixabay.com © jackmac34 (CCO Creative Commons)

Bewertung

Trachtenmode - 97%
Summary
Tolle Auswahl an Trachtenmode für die Wies'n! Ein Blick lohnt auf jeden Fall.
97%